Es ist möglich! 😀 Vielleicht nicht in Hannover, aber 100%ig in Tokyo!

Ich bin heute nach der Gemeinde in Shibuya gestrandet was man evtl. als „Zentrum“ der Stadt bezeichnen könnte. Dennoch würden mich die Japaner dafür wahrscheinlich steinigen! Das Problem ist, dass es hier nicht so etwas wie das Kröpcke gibt. Bei uns gibt es das Kröpcke, da ist alles bums aus fertig.

Hier allerdings gibt es Viertel die man z.B. mit Linden, der Südstadt oder der List vergleichen kann, die dann trotzdem noch 20 mal so vollgestopft sind wie das Kröpcke…

Anyway, ich war heute also in Shibuya, bei 29° Sonnenschein und habe geschwitzt wie ein Südafrikanischer Orang-Utan zur Paarungszeit, falls es in Südafrika Orang-Utans geben sollte, und habe geshoppt.

Die Shoppingläden hier sind ungefähr alle so groß wie das große Karstadt in Hannover, haben aber alle mindestens 9 Etagen wovon die ersten 6 immer Mädchenklamotten vollgestopft sind. Die oberen Geschoße sind dann eher für die Herren ausgelegt, aber auch das ist hier ein schwammiger Begriff wo Jungen hier Handtaschen tragen die extrem Schwul aussehen. Ganz ehrlich, ich überlege mir ob ich mir nicht auch so eine kaufen sollte und dazu noch weiße Cowboystiefel und eine richtig harte Schlaghose. Das zumindest hat mir ein Japanischer Verkäufer empfohlen. Mein „ Nee, das geht nicht, für sowas kann man Schläge bekommen“ hat er glaube ich nicht verstanden.

Es ist auf jeden fall eine Reizüberflutung die man sich nicht vorstellen kann wenn man nicht hier gewesen ist, aus jeder Richtung quäcken Lautsprecher und an jedem Geschäft steht mindestens ein Irrer Verkäufer der auf einer Leiter mit seinem Megafon den Ohrenschmalz aus dem Gehörgang massiert. Multipliziert mit keine Ahnung wie vielen Japanern und den Motorgeräuschen von Lamborghinis, Ferraris, Bentleys und was sonst noch Rang und Name hat kann man sich gut vorstellen, dass ein Shoppingtag mitunter erst Mal mit 3 Tagen Urlaub verdaut werden muss.

In meinem kleinen Kopfkosmos hat sich bei diesem Shopping Erlebnis eine interessante Wahrheit offenbart. Da hier ca. jede 10. Frau eine Louis Vuitton Handtasche besitzt dachte ich mir dass diese ja nicht so teuer sein können, schließlich haben so viele Damen ein solches Prachtstück. So dachte ich mir, dass ich mal losdackel und so ein Ding für meine Freundin besorge, so als „kleines“ Mitbringsel J Ich sage nur ach du Kacke, unter 1500 Euro braucht man da gar nicht an dem gut gekleideten Sicherheitsmann in seinen Shorts in den Laden kriechen. Die teuerste die ich am Ende gesehen habe lag so ca. bei 3500 Euro. Ich bin geschockt!

Auch nicht schlecht war eine Jacke die ich beim ersten Hinsehen als „zerknitterte Plastik Jacke“ abgestempelt habe, wobei das gute Stück (gefühlte 80 Gramm) doch ganze 600 Euro Wert war. Hehe ich glaube es kann sich keiner vorstellen wie oft ich mich heute kaputt gelacht habe, dass man für wirklich abgrundtiefhäßliche Sachen so viel Geld ausgeben kann. Selbst wenn ich das Geld hätte wäre für mich nur selten etwas dabei gewesen und das obwohl ich laut Tim doch einen sehr verdorbenen Farbgeschmack habe. Interessant ist, dass es doch einige Kleidungsstücke mit deutschem Aufdruck zu kaufen gibt. So bin ich letztens kaum an einem DDR-T Shirt vorbei gekommen auf dem einfach nur schöner Regenbogen stand :D. Die SS Hose in Runenschrift allerdings fand ich dann doch etwas geschmacklos…

Aber nicht nur die Modewelt ist in Tokyo vertreten. Auch die Elektrowelt ist hier unglaublich angesagt und es gibt Kaufhäuser die ungefähr so groß sind wie das KaDeWe in Berlin in denen nur Elektroniksachen rumstehen. Ja und was man da so kaufen kann das glaubt man manchmal nicht so ganz. So scheinen hier zurzeit so Pferdartige Reitdinger für Frauen sehr Inn zu sein, sodass dafür sogar in der Bahn Werbung gemacht wird. Die Dinger sollen der Entspannung dienen, aber so klein wie die sind weiß ich nicht wer sich da drauf entspannen kann. Seltsame Welt.

Ich, der ich Zurzeit auf der Suche nach einer neuen DSRL bin komme aus dem staunen kaum raus. So wurde mir heute ein Köderangebot gemacht dass ich nur in letzter Minute abwehren konnte. Die Kamera 10% runter gesetzt und dann nochmal 25% des Kaufpreises zum freien Einkaufen von Ersatzteilen. Das ist echt eine böse Masche, man freut sich so darüber dass man sich für 25% Zusatzteile kaufen darf, dass man den Preis von knapp 1500 Euro der einem schöngeredet wird fast vergisst. Und das alles nur für bescheuerte Zusatzteile die man sonst NIE kaufen würde. Ich bin echt froh, dass ich aus dem Laden raus bin.

Weil ich hier in Japan nur ein Schuhpaar habe musste ich mir heute Schuhe kaufen und das ist hier auch echt geil! Ich habe in den letzten Wochen schon verzweifelt versucht Schuhe in der Größe 45 zu bekommen und bin daran leider gescheitert, aber heute hat es geklappt. Die Japaner haben dann doch etwas kleinere Füße und sowieso viel zierlichere Körper…

Zwei Japanischen Mädchen ist letztens aufgefallen, dass mein Arm fast so stark ist wie deren Unterschenkel worauf ich den netten Damen dann erzählt habe, dass man mit ihren Mikadostäbchenarmen als deutscher auch Angst haben muss, dass bei Berührung gleich ein unheilbarer Splitterbruch eintreten könnte.

Während meiner Tour ist mir heute allerdings auch aufgefallen, dass ausländische Kunden doch ganz schön doof sein müssen. Dies habe ich zumindest aus der Art und Weise geschlossen wie die Verkäufer mir Sachen versucht haben zu erklären. J Manchmal dachte ich mir: „Bin ich Ausländer oder was?“. Ich muss dazu sagen, dass ich mich nicht wirklich als Ausländer bzw. als Tourist fühle, dieses aber von meinem Aussehen direkt abgeleitet wird. Es ist schon echt eine seltsame Zwickmühle in der man dann steckt. Ich habe allerdings schon herausgefunden wie man dem entgehen kann: Einfach erzählen, dass man Student an der Keio Universität ist, dann ist das Verhältnis zum Verkäufer gleich klargestellt und an bekommt wirklich hilfreiche Insiderinformationen bzw. sogar Sachen gezeigt die Touristen normalerweise nicht gezeigt werden, weil diese scheinbar zu sehr nerven. Und nein, ich übertreibe hier nicht, ich habe es genauso erlebt, mehrmals!

Shoppen ist hier schon eine coole Angelegenheit, auch wenn man erst in dem Laden weiß was es dort zu kaufen gibt, weil es für das menschliche Gehirn leider kein Rikaichan gibt mit dem man über Kanji zeichen fährt und diese dann akkurat ins deutsche übersetzt werden.

Die größte Kreuzung Tokyos bei Nacht

Die größte Kreuzung Tokyos bei Nacht

Das gleiche Bild noch einmal, weil es so schön ist.

Das gleiche Bild noch einmal, weil es so schön ist.

Ein Illuminiertes Kaufhaus

Ein Illuminiertes Kaufhaus

Da in Tokyo das rauchen einfach verboten wird und die Menschen sich auch dadran halten gibt es hier für Abhängige eigens eingerichtete Smoking Areas.

Da in Tokyo das rauchen einfach verboten wird und die Menschen sich auch dadran halten gibt es hier für Abhängige eigens eingerichtete Smoking Areas.

Eine riesige Wand mit Speicherkarten in einem riesigen Elektrogeschäft.

Eine riesige Wand mit Speicherkarten in einem riesigen Elektrogeschäft.

Ein Comicgeschäft. In Japan sind Comics der Hit, auch Panini Sticker zu sammeln ist im Alter von 24 Jahren keine Schande, ganz anders als in Deutschland. In den Convinient Stores stehen vor den Comicabteilungen auch immer Japaner die die Hefte direkt kostenlos im Geschäft lesen

Ein Comicgeschäft. In Japan sind Comics der Hit, auch Panini Sticker zu sammeln ist im Alter von 24 Jahren keine Schande, ganz anders als in Deutschland. In den Convinient Stores stehen vor den Comicabteilungen auch immer Japaner die die Hefte direkt kostenlos im Geschäft lesen

Die überfüllte Kreuzung vor dem Shibuya Main Exit.

Die überfüllte Kreuzung vor dem Shibuya Main Exit.

Blick auf Kaufhäuser in Shibuya

Blick auf Kaufhäuser in Shibuya